Ian 4
Jetzt habe ich mich doch wieder mit dem technischen Kram befasst. Walther ist zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt, als dass er sich um mein elektronisches Tagebuch kümmern könnte. Mir aber brannte es unter den Nägeln. Und nun freue ich mich, dass es wieder funktioniert, dass alles wieder so ist, wie es sein sollte. Obgleich ich weiterhin den Eindruck habe, dass die Welt aus den Fugen gerät, fühle ich mich in meiner derzeitigen Passivität wohl. Dabei bin ich nicht beschäftigungslos, auch nicht, seitdem der Jahrmarktsbetrieb, der mir über so lange Zeit eine Heimstatt bot, seine Zelte abgebrochen hat. Was war das für ein letzter Abend! Für die Schlussrunde, für die letzten drei Tage, hatten mich der “Direktor” und Walther (mit einem Augenzwinkern) überredet, die Schaubude mit den Weissagungen zu übernehmen. Ein sympathischer Hokuspokus, mit dem ich mir zwei Tage lang die Zeit und meine schlechten Gedanken vertrieb. Am dritten Tag schon kam es mir öde, monoton und routiniert vor, doch in der letzten Abendvorstellung stand plötzlich Christian vor mir, im alten Zauber gefangen, sich und mich in ein Spiel treibend, das wir nur kurz aufleben lassen konnten, bevor er, den ich in der Klinik vermutet hatte, entfliehen musste, weil offenbar die Polizei auf seinen Fersen war. Ich weiß zwar nicht, wo er jetzt ist, aber wahrscheinlich könnte ich es wissen, denn Walther hat mir angeboten, mich über Adrians Aktivitäten ins Licht zu setzen, wenn ich es denn wünsche, und ebenso Ian, der doch mehr von Bruno weiß, als er anfangs zu bekennen bereit war. Seltsam, aber ich will es nicht. Noch nicht, jetzt nicht! Ich muss mich um anderes kümmern. Ich richte mich gerade wieder wohnlich ein, da, wohin ich gehöre, an dem Ort, der mir gehört. Ian hilft mir dabei in den letzten Stunden, an denen er noch hier ist. Mein Sohn, an den ich mich noch gewöhnen muss, wird wieder zu Bruno fahren, diesem weisen Mann, der ihm den Namen “Ian” gab. Ich komme mir vor wie die Zentrale eines Agentenrings: Walther bei Adrian, Ian bei Bruno. Meine Agenten … oder Doppelagenten, denen ich nicht zu sehr vertrauen darf? Ich weiß, dass ich noch viele Krisen zu überwinden habe.

Am 9. April 2007 um 23:45 Uhr
Das war ja eine sehr ereignisreiche und mysteriöse Oster Woche. Ian bewusstlos, in der Gewalt von - ja, von wem den eigentlich? - die irgend etwas - was? - mit ihm angestellt haben oder wollten. Bruno als Retter - oder Mittäter? - dann Adrian, Walther und schließlich Ibi selbst. Alle versammelt. Fast alle. Christian fehlt.
Zwei Gruppen, die eine weiß gewandet, die andere schwarz. Feinde? Gut gegen Böse? Tag gegen Nacht? Titanen gegen Nephilim?
Zeitsprung. Christian trifft Ibi auf dem Jahrmarkt. Hat er sie erkannt? Oder “Medusa”?
Christian wird verfolgt, von der Polizei? Warum? Was hat er angestellt? Was sucht er dann auf dem Jahrmarkt? Ein Versteck?
Fragen über Fragen. Werden wir die Antworten auf den nächsten Hörspielfolgen finden?
Am 10. April 2007 um 21:17 Uhr
Scheinbar hat Adrian den Vaterschaftstest schon gemacht. Der war negativ. Seinem Nicht-Sohn hat er was anderes erzählt.
Wie sonst wäre es zu begründen, dass Ian willenlos das, was in Ian 3 geschrieben steht, mit sich hat geschehen lassen? Was hat Adrian Ian erzählt? Ibi ist Isis, er selbst Osiris und Ian Horus? Dürfte doch etwas weit hergeholt sein. Wer ist dann Seth? Vielleicht Walter?
Und wer muss denn hier die neue Rolle des Osiris übernehmen? Scheinbar ist doch auch schon in Adrians Hirn gedrungen, dass Ibi in Medusa wieder auferstanden ist. Und die große Frage bleibt, wem hier - außer Ians Vater - noch zu trauen ist.
Apropos wiederauferstehen - kann mal einer eine tolle Zeromonie für Minamoro ausprobieren?